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Langsames WLAN systematisch prüfen

Langsame Webseiten und stockende Videokonferenzen können am WLAN, am Endgerät, am Router oder am Internetanschluss liegen. Messen Sie zuerst über WLAN und danach, wenn möglich, mit demselben Gerät per Netzwerkkabel direkt am Router. Diese kabelgebundene Verbindung heißt LAN.

Wiederholen Sie die Messungen unter vergleichbaren Bedingungen und notieren Sie Uhrzeit, Ort, Download, Upload und Paketlaufzeit. So lässt sich eingrenzen, ob nur ein Raum oder Gerät betroffen ist oder die Verbindung insgesamt langsam bleibt.

Langsames WLAN eingrenzen

Prüfen Sie zuerst, ob die Langsamkeit ein einzelnes Gerät, einen Raum oder bestimmte Anwendungen betrifft. Testen Sie eine zweite Website oder einen anderen Videodienst. Lädt nur eine einzelne Seite langsam, sagt das wenig über die gesamte Internetverbindung aus.

Vergleichen Sie bei Bedarf ein zweites Gerät am selben Ort. Ist nur ein Gerät betroffen, liegt die Ursache eher bei dessen WLAN-Verbindung, Netzwerkeinstellungen oder Netzwerkkarte. Sind mehrere Geräte in einem bestimmten Raum langsam, spricht das eher für die Funkverbindung an diesem Ort.

Messwerte vergleichbar erfassen

Führen Sie mehrere Messungen mit demselben Gerät durch. Testen Sie einmal in der Nähe des Routers und einmal dort, wo die Verbindung Probleme macht. Unterbrechen Sie währenddessen größere Downloads und Dateiübertragungen, soweit das im Haushalt möglich ist. Notieren Sie auch, ob andere Personen gerade Videos streamen oder Dateien hochladen.

Ein einzelner Speedtest zeigt nur die Leistung zum Messzeitpunkt. Wiederholen Sie ihn deshalb zu unterschiedlichen Tageszeiten, wenn die Langsamkeit nicht ständig auftritt. Achten Sie nicht allein auf den Download: Ein langsamer Upload fällt etwa bei Videokonferenzen oder beim Verschicken großer Dateien auf. Die Paketlaufzeit beschreibt, wie lange Daten für den Weg zum Messziel und zurück benötigen. Ein hoher Wert kann sich zum Beispiel durch verzögerte Reaktionen bemerkbar machen.

Ändern Sie immer nur eine Sache auf einmal und messen Sie danach erneut. Wenn Sie zugleich den Router umstellen, das Frequenzband wechseln und andere Geräte ausschalten, bleibt unklar, welche Änderung geholfen hat.

WLAN mit LAN vergleichen

Verbinden Sie das Testgerät nach Möglichkeit direkt per Netzwerkkabel mit dem Router. Messen Sie unter ähnlichen Bedingungen wie beim WLAN-Test und verwenden Sie wieder dasselbe Gerät. Bei einem Gerät ohne Netzwerkanschluss ist ein LAN-Vergleich möglicherweise nicht ohne Adapter möglich.

Ist die Messung per LAN deutlich besser, sollten Sie zuerst die WLAN-Verbindung untersuchen. Das Ergebnis zeigt noch nicht sicher, woran es liegt. Auch die Netzwerkkarte des Testgeräts und die Messbedingungen beeinflussen den Wert. Einen allgemein gültigen Abstand zwischen WLAN- und LAN-Ergebnis, ab dem das WLAN als Ursache feststeht, gibt es nicht.

Bleiben wiederholte LAN-Messungen ebenfalls niedrig, liegt es möglicherweise am Router, am Anschluss oder an einer Störung beim Anbieter. Prüfen Sie dann, ob der Router eine Verbindungsmeldung oder Fehlermeldung anzeigt, und wenden Sie sich bei anhaltenden Problemen an den Anbieter.

Beobachtung Nächster Prüfschritt
Ein Gerät ist langsam Dasselbe Gerät nahe am Router testen und mit einem zweiten Gerät vergleichen.
Mehrere Geräte sind in einem Raum langsam Standort, Hindernisse und WLAN-Einstellungen prüfen.
WLAN ist langsam, LAN deutlich schneller Funkverbindung und WLAN-Einstellungen zuerst untersuchen.
WLAN und LAN bleiben langsam Router und Anschluss prüfen, danach den Anbieter kontaktieren.
Nur eine Website oder Anwendung ist langsam Mit anderen Websites und Anwendungen gegenprüfen.

WLAN-Funkverbindung verbessern

Testen Sie die Verbindung erneut, indem Sie das Gerät näher an den Router stellen. Wände und andere Hindernisse schwächen das Funksignal. Metall kann das Signal besonders stark schwächen. Wenn die Verbindung in Routernähe deutlich besser ist, prüfen Sie, ob ein anderer Routerstandort den Weg durch Wände oder große Möbelstücke verkürzt.

Vergleichen Sie, sofern Router und Endgerät es unterstützen, die verfügbaren Frequenzbänder. Das 2,4-GHz-Band eignet sich häufig für grundlegende Verbindungen und reicht in vielen Umgebungen weiter. 5 GHz bietet häufig höhere Geschwindigkeit, die Reichweite fällt jedoch je nach Abstand und Hindernissen geringer aus. 6 GHz setzt kompatible, neuere Geräte voraus und spielt seine Vorteile vor allem in Routernähe aus. Die tatsächliche Leistung hängt von Wohnung, Router und Endgerät ab.

Auch benachbarte WLAN-Netze und andere Funkquellen können die Verbindung beeinträchtigen. Falls der Router eine automatische Kanalwahl anbietet, lassen Sie ihn nach einem weniger belegten Kanal suchen. Die genaue Einstellung hängt vom Routermodell ab. Prüfen Sie nach jeder Änderung erneut an den Orten, an denen die Verbindung zuvor langsam war.

Router und Endgerät prüfen

Ein Neustart des Routers kann kleinere Verbindungsprobleme beheben. Starten Sie ihn über die vorgesehene Funktion neu und messen Sie danach erneut. Prüfen Sie außerdem, ob eine Aktualisierung für die Routersoftware oder den Netzwerktreiber des Geräts bereitsteht. Ein älterer Router kann ebenfalls die Ursache sein. Auch ungeeignete Einstellungen oder ein beschädigtes Netzwerkkabel kommen infrage.

Ein Neustart oder eine Aktualisierung behebt langsames WLAN nicht grundsätzlich. Wenn nur ein Gerät Probleme macht, prüfen Sie dessen WLAN-Einstellungen und Treiber. Wenn mehrere Geräte betroffen sind, prüfen Sie die Meldungen des Routers und den Zustand des Anschlusses.

Langsamen Festnetzanschluss nachweisen

Für die alltägliche Fehlersuche reichen wiederholte WLAN- und LAN-Vergleiche. Wer gegenüber dem Anbieter eine zu geringe Festnetzleistung nachweisen will, muss dagegen das Messverfahren der Bundesnetzagentur verwenden. WLAN-Messungen reichen dafür nicht aus. Abstand, Hindernisse und Funkstörungen beeinflussen das Ergebnis. Die vorgeschriebenen Messungen erfolgen direkt per LAN zwischen Endgerät und Router.

Das Verfahren der Bundesnetzagentur umfasst 30 Messungen innerhalb von 14 Tagen. Sie verteilen sich auf drei unterschiedliche Kalendertage mit mindestens einem Kalendertag Abstand. Pro Messtag sind zehn Messungen vorgesehen, grundsätzlich mit mindestens fünf Minuten Abstand. Zwischen der fünften und sechsten Messung liegen mindestens drei Stunden. Eine Abweichung liegt unter anderem vor, wenn an mindestens zwei der drei Messtage nicht wenigstens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht werden. Weitere Kriterien beziehen sich auf die normalerweise verfügbare und die minimale Geschwindigkeit.

Für einen formellen Nachweis sollten Sie die aktuellen Vorgaben und das Messprotokoll der Bundesnetzagentur verwenden. Diese Anforderungen gelten für den Nachweis der Festnetzleistung. Sie sind kein allgemeiner Richtwert für die WLAN-Geschwindigkeit in einzelnen Räumen.