Zu Hause hängt die Wahl zwischen WLAN und LAN davon ab, wie stabil die Verbindung am Fernseher, Spielgerät oder Arbeitsrechner sein muss. LAN meint meist eine Verbindung per Ethernet-Kabel; WLAN überträgt Daten per Funk. Ein Kabel lohnt sich bei schwachem oder schwankendem WLAN und bei Anwendungen, die gleichmäßige Reaktionszeiten brauchen.
Fürs Surfen und viele Streaming-Situationen reicht WLAN mit gutem Empfang. Ein Ethernet-Kabel macht die Verbindung zum Router meist berechenbarer. Es erhöht aber nicht automatisch die Geschwindigkeit des Internetanschlusses und behebt keine Störung außerhalb des Haushalts.
WLAN und LAN im Vergleich
| Merkmal | Ethernet-Kabel | WLAN |
|---|---|---|
| Geschwindigkeit | Meist gleichmäßiger und weniger von Funkstörungen abhängig. Router, Kabel, Anschluss und Gerät setzen die Obergrenze. | Kann nahe am Router schnell sein. Entfernung, Hindernisse und andere Funkgeräte beeinflussen die tatsächlich erreichte Rate. |
| Latenz | Bietet häufig eine gleichmäßigere Verbindung zum Router. | Die Verzögerung kann stärker schwanken, etwa bei schwachem Empfang oder viel Funkverkehr. |
| Reichweite | Reicht bis zum verlegten Kabelanschluss. Das Gerät muss erreichbar sein. | Ermöglicht Verbindungen ohne Kabel, die Abdeckung hängt aber von Wohnung, Routerstandort und Frequenzband ab. |
| Bewegungsfreiheit | Geringer: Das Gerät bleibt am Kabel oder in dessen Reichweite. | Hoch: Praktisch für Smartphones, Tablets und Laptops, die an verschiedenen Orten genutzt werden. |
Auch WLAN kann im Nahbereich schnell sein. Entscheidend ist die tatsächliche Verbindung am Gerät, nicht allein die auf dem Router angegebene Höchstgeschwindigkeit. Eine Untersuchung mit Messungen in mehr als 50 Haushalten ergab, dass das Heim-WLAN häufig die Datenrate begrenzte. Bei Internetanschlüssen über 800 Mbit/s war WLAN in allen untersuchten Haushalten der Engpass. Diese Ergebnisse gelten für die untersuchten Haushalte und sind keine allgemeine Quote für jedes Heimnetz.
Was WLAN und LAN ausbremst
Das langsamste Teilstück begrenzt die Geschwindigkeit. Dazu gehören der Internetanschluss, der Router, der Netzwerkanschluss oder Funkchip des Geräts und bei Ethernet auch das Kabel. Ein Gigabit-Anschluss bringt daher keinen entsprechenden Vorteil, wenn ein älterer Router oder ein Gerät mit langsamerem Anschluss den Datenverkehr begrenzt.
WLAN wird langsamer, wenn das Signal schwächer wird oder viele Geräte gleichzeitig Daten über dasselbe Funknetz senden. Das 2,4-GHz-Band erreicht in der Regel weiter und kommt besser durch Hindernisse. Das 5-GHz-Band ermöglicht oft höhere Datenraten, deckt aber meist eine kleinere Fläche ab. Wände, andere Funknetze und der Abstand zum Router beeinflussen das Ergebnis.
Bei einem schnellen Internetanschluss lohnt sich ein Vergleich: Verbinden Sie dasselbe Gerät einmal per Kabel und einmal per WLAN mit dem Router. Messen Sie möglichst zur selben Zeit. Wenn das Kabel deutlich schneller oder gleichmäßiger ist, bremst wahrscheinlich der Funkweg. Ein Speedtest misst allerdings auch den Weg zu einem externen Server; er sagt deshalb nicht allein, an welcher Stelle genau die Begrenzung liegt.
Wann WLAN fürs Streaming reicht
Für Streaming genügt WLAN meist, wenn das Empfangssignal am Fernseher oder Streaming-Gerät stark ist und das Bild nicht regelmäßig stockt. Netflix empfiehlt für eine stabile Wiedergabe mindestens 3 Mbit/s für 720p, 5 Mbit/s für 1080p und 15 Mbit/s für 4K. Diese Werte beziehen sich auf die Internetverbindung für die jeweilige Bildqualität. Sie bedeuten nicht, dass dafür zwingend ein Ethernet-Kabel nötig ist.
Testen Sie ein Kabel, wenn der Fernseher weit vom Router entfernt steht, das Video häufig nachlädt oder die Verbindung aussetzt, während andere Geräte das WLAN nutzen. Prüfen Sie auch den Routerstandort und den Empfang direkt am Fernseher. Ein Kabel hilft nur, wenn tatsächlich die Funkverbindung zwischen Gerät und Router das Problem verursacht.
Wann Gaming ein Kabel braucht
Bei Online-Spielen zählt neben der Datenrate vor allem die Latenz: die Zeit, die Daten für den Weg hin und zurück brauchen. Auch Jitter, also Schwankungen der Latenz, und Paketverlust, bei dem Datenpakete ihr Ziel nicht erreichen, können das Spiel beeinträchtigen. Ein Ethernet-Kabel verringert die Abhängigkeit von der Funkverbindung im eigenen Haushalt und sorgt häufig für eine gleichmäßigere Verbindung zum Router.
Wer bei WLAN wiederholt Verzögerungen, kurze Aussetzer oder Verbindungsabbrüche erlebt, sollte beim Spielen ein Kabel testen. Ein niedriger Ping ist damit aber nicht garantiert. Auch die Entfernung zum Spielserver kann den Ping beeinflussen. Das gilt ebenso für die Verbindung des Internetanbieters und die Auslastung außerhalb des Haushalts. Wenn das Spiel auch per Kabel verzögert reagiert, liegt die Ursache nicht unbedingt im Heim-WLAN.
Wann LAN bei der Arbeit hilft
Für Videokonferenzen zählt eine stabile Verbindung in beide Richtungen. Wenn die Verbindung beim Senden von Daten (Upload) schwankt, können andere Teilnehmende Bild oder Ton schlecht empfangen. Bei wichtigen Gesprächen oder wiederkehrenden Aussetzern hilft ein Ethernet-Kabel zu prüfen, ob das WLAN die Ursache ist.
WLAN reicht, wenn am Arbeitsplatz guter Empfang und genügend Bandbreite vorhanden sind. Google empfiehlt bei Problemen mit der Videoqualität, die Verbindung zu prüfen und Ethernet als möglichen Verbesserungsschritt auszuprobieren. Wer kein Kabel verlegen kann, kann zunächst den Arbeitsplatz näher an den Router bringen oder, sofern dort guter Empfang besteht, das 5-GHz-Band nutzen.
Wann WLAN beim Surfen genügt
E-Mails, Nachrichten, Onlineshopping und gewöhnliche Webseiten stellen meist keine besonderen Anforderungen an die Verbindung. Wenn Seiten zügig laden und die Verbindung nicht abbricht, bietet WLAN hier mehr Bewegungsfreiheit und ein Kabel bringt im Alltag oft wenig spürbaren Vorteil.
Lädt eine Webseite am selben Ort regelmäßig langsam oder bricht die Verbindung ab, prüfen Sie zuerst den Empfang am Gerät. Ein Standortwechsel des Routers oder eine Verbindung über das besser passende Frequenzband kann helfen. Steht ein fest genutzter Computer nahe am Router, ist ein Kabel eine einfache Möglichkeit, schwankenden Funkempfang zu umgehen.
Wann das Kabel die bessere Wahl ist
Ein Kabel lohnt sich besonders für Geräte, die fest an einem Ort stehen und eine stabile Verbindung brauchen: etwa einen Spiele-PC, einen Arbeitsrechner mit häufigen Videokonferenzen oder einen Fernseher, der über WLAN wiederholt Probleme macht. Auch große Dateiübertragungen profitieren, wenn der Funkweg den verfügbaren Anschluss ausbremst.
Achten Sie darauf, dass Router, Gerät und Kabel zusammenpassen. Ein Ethernet-Kabel kann nur die Geschwindigkeit übertragen, die die angeschlossenen Netzwerkports unterstützen. Es verbessert außerdem nur die Verbindung im Heimnetz. Probleme beim Anbieter, auf dem Weg zu einem Server oder beim Server selbst bleiben bestehen.